Berlin

Ganz gleich, ob man sich auf Dauer oder nur anlässlich einer Stippvisite auf Berlin einlassen will, die Stadt zieht beinahe jeden in ihren Bann. Finanzmisere und Größenwahn, Pomp und Underground – nichts charakterisiert die neue alte Hauptstadt so gut, wie die schillernde Vielfalt ihrer Facetten. Dabei verändert sich die Spreemetropole immer noch in atemberaubendem Tempo. Die nachhaltigen Änderungen für das Lebensgefühl bringen die andauernden Sanierungen ganzer Stadtteile mit sich. Das schick gestylte Ambiente in Mitte und ein alternativ bis trendig ausgerichtetes Szeneleben in Prenzlauerberg und Friedrichshain bieten ein spannendes Experimentierfeld zwischen Kunst, Kommerz und Kneipen, das vor allem für junge Neuberliner und Berlinbesucher zum Dorado avanciert ist. Daneben verdankt Berlin seinen Ruf als wahre Metropole auch einem geradezu überwältigenden kulturellen Angebot von Avantgarde bis leichter Muse: Unter vielem anderen hat man abends die Qual der Wahl zwischen drei Opernhäusern, 40 Theatern und rund 400 freien Theatergruppen. Und dennoch steppt der Bär eigentlich erst da, wo in Kneipen und Kaschemmen, Ballhäusern und Tanzsälen, Bars und Discotheken die Nacht zum Tage wird und sich das legendäre Berliner Partyleben in den trendigen Clubs und Lounges jede Nacht auf ein Neues selbst erfindet.


Wasserwelten
An Erholungs- und Unterhaltungswert steht die Spree den großen Strömen in nichts nach. Angefangen bei den klassischen Spreerundfahrten, auf denen man gemütlich das vorbeiziehende Stadtpanorama genießen kann, bis hin zum Charterdampfer, auf dem sich prima abfeiern lässt. Die besondere Affinität der Berliner zum Wasser beschert allen Hungrigen, die mit romantischem Blick aufs Nass dinieren möchte, gleich mehrere Restaurantschiffe. Die Capt´n Schillow liegt auf dem Landwehrkanal am Charlottenburger Tor (Charlottenburg). Wegen der Nähe zur Technischen Universität ist sie auch ein beliebter Treffpunkt für Studis und Profs. Seit kurzem liegt nebenan noch ein Schiff, das für Charterfahrten genutzt werden kann. Gleich hinter der Oberbaumbrücke (Eichenstr. 4, Treptow) verzaubert die Hoppetosse in zeitlos elegantem Interieur mit kulinarischen Spezialitäten aus aller Welt. Und im Urbanhafen (Carl-Herz-Ufer 5-7, Kreuzberg) hat die Van Loon festgemacht um hungrige Romantiker zu verköstigen. Die Isekele, die gegenüber vom Planufer 82 (Kreuzberg) vertäut ist, verbreitet bestes ägäisches Flair, wozu auch die Karte mit 17 Sorten Frischfisch beiträgt. Doch man kann sich beileibe nicht nur zum Essen und zur Stadtbesichtigung auf, bzw. am Wasser aufhalten. Einigen Betreibern gelingt sogar der Spagat zwischen Club und Lokal am Wasser. Als Vorreiter gelten dabei die legendären Easy-Listening-Donnerstage der Ankerklause (Kottbusser Damm 104, Neukölln), anlässlich derer in der kleinen Location mit blauweißer Terrasse über dem Landwehrkanal bis in die Morgenstunden gegroovt wird.

Schaustelle Berlin
Schon in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts kursierte ein Bonmot über die Stadt, das heute noch genauso gültig ist, wie damals. Demnach ist Berlin dazu verdammt, ständig zu werden, aber nie zu sein. Neben dem übertragenen Sinn findet das ständige “Werden” der Stadt heute noch sinnfälligen Ausdruck in der astronomischen Zahl seiner Baustellen. Das Projekt “Schaustelle Berlin” wurde 1996 ins Leben gerufen. Unter dem Begriff wurden alle Sommer-Events zusammmengefasst, mit denen Berlin aufwartete. Darunter fanden sich viele Veranstaltungen auf den zahllosen Riesenbaustellen, nicht zuletzt auch, um bei den geplagten Bewohnern um Verständnis für die vielfachen Beeinträchtigungen zu werben. Aktuelle Infos unter www.schaustelle.de (Jens Lührs)

Insidertipps
Berlin für wenig Geld: 5 Tipps für preiswerte Berlinerlebnisse
1.
“Berlin Welcome Card” : Sparen durch freie Fahrt mit den ÖPNV und diversen Ermäßigungen.
2. Berliner Kultur-Highlights zum halben Preis gibt es bei HEKTICKET. Der Ticketverkäufer bietet 50% Preisnachlass für Veranstaltungen am selben Abend. Das Angebot gilt für Konzert- und Theaterkarten (Hardenbergstr. 29d, 10623 Berlin, Tel.: 030-2309930, 24312431)
3. Wer mal ins Fernsehen will, der kann als Zuschauer bei einer der Talkshows teilnehmen. Gratis-Karten gibt es unter anderem für “Alex – die Berliner Talkshow” und “Grüner Salon” (N-TV)
4. Kultur muss nichts kosten und kann trotzdem erstklassig sein. Freien Eintritt bieten u.a. Deutsches Historisches Museum, Museum für Kommunikation, Stasi – Die Ausstellung, Deutsch-Russisches Museum, Alliierten Museum, Neuer Berliner Kunstverein und Designtransfer. Montags ist zudem im Deutschen Guggenheim Museum und mittwochs in der Akademie der Künste der Eintritt frei.
5. Nicht nur Individualisten nutzen das Velotaxi (Tel.: 0172-3288888). Von April bis Oktober kreuzen die Rikschas durch Berliner Straßen und kosten für eine halbe Stunde 7.50 Euro. Von 12.00 bis 20.30 Uhr fahren sie auf vier Linien (Ku´Damm, Potsdamer Platz, Tiergarten und Unter den Linden) in der Innenstadt. Angehalten werden sie einfach per Winkzeichen.

5 Top-Ausflugstipps
1.
Museumsinsel: Kultur kompakt. Als erstes Gebäude des weltweit einzigartigen Ensembles erstrahlt die Alte Nationalgalerie in renovierter Pracht
2. Bundeskanzleramt: Nur einen Steinwurf vom Brandenburger Tor entfernt beherrscht der eigenwillige Neubau von beeindruckenden Ausmaßen den Nordrand des Tiergartens
3. Karl-Marx-Allee:Sozialistische Version von Wohnkomplexen, die als “Paläste fürs Volk” im stalinistischem Zuckerbäckerstil der 50er realisiert wurden.
4. Jüdisches Museum: Spektakulärer Museumsneubau in Kreuzberg
5. Botschaftsviertel am Südrand des Tiergarten: Spannende Abfolge von Botschaftsgebäuden, mal renovierte 30-Jahre-Pracht (Japan), mal modern-eigenwillig (Skandinavische Staaten)
Info-Adressen
Berlin Tourismus Marketing GmbH, Am Karlsbad 11, 10785 Berlin
Tel.: 030-2647480, Email: information@btm.de, Internet: www.berlin-tourist-information.de
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